Streitpunkte in der Beziehung

Geld in der Beziehung: So vermeidest du Streit über Finanzen

Über Geld spricht man nicht, so heißt es. Doch gerade in der Partnerschaft kann dieser Rat nach hinten losgehen und Geld in der Beziehung zum großen Streitpunkt werden. Warum es wichtig ist, offen über Finanzen zu reden und wie du Konflikte vermeidest

Geld in der Beziehung
Geld kann in einer Beziehung schnell zum Problem werden. Foto: iStock/macniak

Geld in der Beziehung: Ein Tabu-Thema

Über Geld spricht man nicht, so heißt es. Doch gerade in der Partnerschaft kann dieser gut gemeinte Rat nach hinten losgehen. Denn wer sein Leben teilt, in einer gemeinsamen Wohnung lebt und sich eine gerechte Aufteilung größerer Ausgaben wünscht, kommt um das Thema Finanzen nicht herum.

Wozu auch die Geheimniskrämerei? Mit dem Partner oder der Partnerin über das Einkommen, eventuelle Schulden, finanzielle Probleme, aber auch Pläne und Wünsche zu sprechen, ist wichtig. Nur so können die gemeinsame Zukunft geplant, Investitionen getätigt und das Leben zu zweit gestaltet werden. Ob Hausbau, Hochzeit oder Familienplanung: All das ist mit Kosten verbunden, die aufgeteilt werden müssen.

Natürlich muss man nicht gleich beim ersten Date über Geld sprechen – schließlich sollten weder das Einkommen vom Partner bzw. der Partnerin der Grund für eine Beziehung sein. Und ein prall gefülltes Konto ist sicher kein Garant für Glück und Unbeschwertheit in der Liebe. Wer sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann, sollte sich aber auch in finanziellen Dingen einig sein und von Anfang an offen miteinander umgehen. So kann gemeinsam entschieden werden, wie viel Geld beispielsweise für die monatliche Miete samt Nebenkosten zur Verfügung steht, wie eine gerechte Aufteilung aussehen könnte, wie viel für den nächsten Urlaub übrig ist – oder eben nicht – und ob ein gemeinsames Konto Sinn macht.

Was sich hier für viele Paare bewährt hat, ist das Drei-Konten-Modell: Jeder behält sein eigenes Konto und zahlt monatlich einen fixen Betrag auf ein gemeinsames Drittkonto ein. Davon werden dann monatliche Fixkosten, wie Miete und Strom, abgebucht.

Wenn es ums Geld geht, ecken du und dein Partner oder deine Partnerin immer wieder an? Hole dir persönliche Hilfe von unseren Berater:innen und setze dem unangenehmen Streitthema ein Ende.

Finanzielles Ungleichgewicht in der Beziehung

Geld in der Beziehung wird häufig dann zum Streitpunkt, wenn ein finanzielles Ungleichgewicht vorliegt. Verdient eine Person wesentlich mehr, kann es auf beiden Seiten schnell zu Konflikten, Missverständnissen und Frust kommen. Offenheit und Transparenz sind wichtig, um Streit zu vermeiden – und Geld eben nicht zum Problem werden zu lassen. 

Wer finanziell besser aufgestellt ist, spielt dabei keine Rolle – zu Streit kann ein finanzielles Ungleichgewicht in jeder Konstellation führen. Übernimmt eine Person den Großteil der Kosten, kann sich diese irgendwann ausgenutzt fühlen. Gedanken wie: „Immer muss ich alles bezahlen – bist du nur deshalb mit mir zusammen?“ können sich dann häufen. Gleichzeitig kann der andere das Gefühl haben, bevormundet zu werden, den Partner oder die Partnerin zu belasten oder ihm bzw. ihr etwas schuldig zu sein. Aus Angst, das Thema Geld anzusprechen, werden negative Gefühle so lange hinuntergeschluckt, bis die Situation eskaliert – und es kann schlimmstenfalls zur Trennung kommen.

Ehrliche Gespräche können helfen, solche Konflikte zu vermeiden. Wer weiß, wie seine/ihre bessere Hälfte finanziell aufgestellt ist, kann mehr Rücksicht nehmen, wenn es z. B. um Urlaub oder Restaurantbesuche geht. So kommt niemand in die unangenehme Situation.

Geld in der Partnerschaft: Wer zahlt was?

Spätestens, wenn ein Paar zusammenzieht, sollte besprochen werden, wie die monatlichen Kosten gerecht aufgeteilt werden können. Vom Wocheneinkauf über die Miete bis hin zum Restaurantbesuch: Hier gibt es verschiedene Modelle.

  • Tauschgeschäft: Ein:e Partner:in verdient mehr und zahlt daher zum Beispiel immer den Wocheneinkauf? Im Gegenzug könnte die andere Person den Abwasch und das Kochen übernehmen, um einen Ausgleich zu schaffen.

  • 50:50: Jeder bezahlt von allem die Hälfte – unabhängig davon, wieviel er oder sie verdient. Das kann mit einem gemeinsamen Konto oder mit einem Drei-Konten-Modell umgesetzt werden, bei dem einfach ein gemeinschaftliches Drittkonto angelegt wird.

  • Je nach Einkommen: Verfügt ein:e Partner:in über mehr finanzielle Mittel, übernimmt er bzw. sie anteilig entsprechend mehr Kosten. Viele Paare entscheiden sich für dieses Modell vor allem bei der Aufteilung der Wohnungsmiete.

  • Keine Regeln: Wer ganz entspannt an die Sache herangehen möchte, kann natürlich auch immer spontan entscheiden. Wer gerade kann, übernimmt die Kosten für den Einkauf, das Essen oder das Tanken. Das funktioniert für alles, bis auf die Fixkosten – hier sollte es eine feste Regel geben, um Zahlungsversäumnisse zu umgehen  

Du brauchst Unterstützung dabei, ein harmonisches finanzielles Konzept für deine Partnerschaft zu finden? Starte jetzt deine persönliche Beratung mit einem unserer Coaches auf Aurea und erhalte hilfreiche Impulse und Tipps.

Streit wegen Schulden und Geldproblemen

Ein weiteres potentielles Streitthema: Ein:e Partner:in steckt in echten finanziellen Schwierigkeiten, was sich auch auf das Leben der anderen Person auswirkt. Ob Spielschulden, ein Studienkredit oder eine Hypothek für eine Immobilie: Eine hohe finanzielle Belastung kann zur Zerreißprobe für jede Beziehung werden. Noch schlimmer ist es aber, wenn die verschuldete Person es verheimlicht – und irgendwann der Gerichtsvollzug vor der Tür steht.

Tipp: Immer mit offenen Karten spielen, auf Ehrlichkeit setzen und einen gemeinsamen Ausweg finden. So fühlt die Partnerin oder der Partner sich nicht hintergangen oder betrogen, was gerade in finanziellen Dingen heikel ist.

Wegen Geld beim Partner bleiben: Finanzielle Abhängigkeit

Wer in einer unglücklichen Beziehung steckt und nur des Geldes wegen bleibt, macht einen großen Fehler. Natürlich ist Geld wichtig, gerade wenn beispielsweise ein Kind zu versorgen ist und das eigene Einkommen gering ist. Mangelnde finanzielle Unabhängigkeit ist jedoch kein Grund, über jegliche Probleme hinwegzusehen und eine Trennung aufzuschieben. Hier gilt es, die eigene finanzielle Situation zu verbessern, um auf eigenen Beinen zu stehen. Unsere erfahrenen Aurea Coaches unterstützen dich, falls du dich in so einer Lage befindest und dich aus der Abhängigkeit befreien möchtest.