So kannst du negative Glaubenssätze auflösen

Wir alle haben negative Glaubenssätze in uns verankert. Sie hindern uns daran, das Leben in vollen Zügen zu genießen und die Chancen zu nutzen. Wir zeigen dir deshalb, wie du deine individuellen Glaubenssätze erkennst und für dich auflöst.

Glaubenssätze
Foto: iStock/wongmbatuloyo

Was sind Glaubenssätze?

Vereinfacht gesagt, ist ein Glaubenssatz eine innere Überzeugung. Jeder von uns trägt sie wie einen Filter in seinem Geist und nutzt sie dafür, bestimmte Situationen oder das eigene Verhalten zu bewerten. Glaubenssätze beschreiben also die Sichtweise, wie wir die Welt in einigen Punkten interpretieren. Diese Annahmen halten wir häufig für wahr, obwohl wir uns der Überzeugungen oft nicht bewusst sind.

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Damit du den Gedanken verstehen kannst, geben wir dir ein Beispiel: Stell dir vor, du würdest deinem Team bei der Arbeit von einem Projekt erzählen. Du bist gut gelaunt und freust dich darüber, dass alles erfolgreich läuft. Doch in der Mitte deines Vortrags unterbricht dich jemand, weil ihm oder ihr ein guter Gedanke eingefallen ist. Die anderen in der Runde stimmen der Person zu und sind begeistert von der Idee.

Doch, wie reagiertst du? Das entscheidest womöglich dein Glaubenssatz, den du unterbewusst im Bereich Beruf hast: Du könntest dich beispielsweise mitfreuen, dass dein Kollege oder deine Kollegin so einen guten Vorschlag vorgestellt hat. Du bedankst dich dafür und notierst dir die Idee, damit sie dein Projekt voranbringen kann. Du siehst den Einschub als Bereicherung und wertest deine eigene Arbeit deshalb nicht ab. Deine positiven Glaubenssätze, mit der du die Situation interpretierst, könnten also sein:  "Ich erledige meine Aufgaben gut" oder "Ich bin - wie die anderen - ein wertvoller Teil des Teams".

Dieselbe Situation könnte jemand anderes unterschiedlich sehen. In dem Fall könnte sich die Person über die Unterbrechnung ärgern und neidisch sein, dass der Kollege oder die Kollegin die Anerkennung bekommt. Dieses Verhalten ist menschlich und verständlich, doch dahinter könnten negative Glaubenssätze wie "Ich bin nicht gut genug" oder "Alle anderen erledigen ihren Job besser als ich" stecken.

Warum negative Glaubenssätze so mächtig sind

Deine Glaubenssätze sind wie Bausteine, auf denen du deine Relität baust. Es gibt natürlich Tatsachen, die alle Menschen gleich interpretieren. Wir wissen, ob Tag oder Nacht ist, die Sonne scheint oder es regnet, auf der Straße ein Bus fährt oder eine Ente auf dem Teich schwimmt. Doch bereits nach diesen einfachen Feststellungen formt sich die die Welt für jeden anders. Denn unsere Überzeugungen verändern unser Leben und damit unsere Lebensqualität.

Positive Gedanken sind nicht nur für deine Psyche gut, sie führen beispielsweise auch dazu, dass es dem Körper gut geht. Einige Studien haben diese Effekte ermittelt:

  • die Wahrscheinlichkeit für Herzerkrankungen sinkt,

  • das Immunsystem kann gestärkt werden,

  • der Stresslevel und der Blutdruck können niedriger sein,

  • der Blutzuckerspiegel ist oft gesünder,

  • die Wahrscheinlichkeit, dass das Gewicht in einem guten Bereich liegt, ist höher.

Negative Gedanken können den Körper dagegen stressen. Eine Folge davon können Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Schwindel sein. Wenn wir negative Glaubenssätze auflösen, sorgen wir also gut für unsere Gesundheit und ziehen nebenbei noch mehr Leichtigkeit ins Leben. Wir können selbstsicherer, selbstbewusster und krisensicherer werden.

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Wie entstehen negative Glaubenssätze

Wissenschaftler vermuten, dass unsere Persönlichkeit zur Hälfte durch unsere Gene und zur anderen Hälfte durch unsere Umwelt bestimmt wird.  Dabei ist mit Umwelt in den ersten Jahren vor allem unser Elternhaus gemeint. Sie sind fast so etwas wie das Zentrum in unserem kindlichen Universum. Was sie uns vorleben und  sagen, halten wir - unbewusst - für Gesetz.

In dieser Zeit werden sehr viele postive und negative Glaubenssätze geprägt. Wir merken uns nämlich genau, wie unsere Eltern auf unser Verhalten reagieren. Haben sie zum Beispiel mit den Augen gerollt, wenn wir mit Karacho über Tische und Bänke gesprungen sind? Kam danach eventuell ein Spruch wie "Du bist immer so wild!"? Daraus entsteht womöglich der negative Glaubenssatz "Ich muss ruhig und angepasst sein".

Andere hatten das Gefühl, dass sie erst etwas leisten mussten, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Das könnten zum Beispiel gute Noten in der Schule gewesen sein. Oder das Kind hat sich eingeprägt, dass es viel im Haushalt mithelfen muss, um beachtet zu werden. Später könnte es als Erwachsene den Glaubenssatz verinnerlich haben "Ich muss erst etwas leisten, um geliebt zu werden."

Aber auch Lehrer:innen, Verwandte oder Mitschüler:innen können Glaubenssätze prägen. Wer in Mathe einmal eine schlechte Note geschrieben hat und danach hört "Das ist wohl nichts für dich", hat vermutlich in der nächsten Arbeit wieder Probleme.

Doch es gibt natürlich auch viele gute Beispiele. Positite Glaubenssätze werden vor allem durch die Liebe der Eltern bestärkt. Wichtig ist, dass Kinder die Erfahrung machen, dass nur das einzelne Verhalten kritisiert wird, nicht die ganze Persönlichkeit. Da aber kein Elternpaar zu jeder Zeit perfekt sein kann, begleiten uns alle negative und positive Überzeugungen. Zum Glück hat die Forschung herausgefunden, dass unsere Persönlichkeit bis ins Alter wandelbar ist. Wir können also unsere negativen Glaubenssätze auflösen. Egal, wie alt wir sind.

Beispiele für negative Glaubenssätze

Selbstwert

  • Ich genüge nicht.

  • Ich bin ein Versager.

  • Ich mache alles falsch.

  • Ich bin kompliziert.

  • Ich bin nicht wichtig.

  • Ich habe zu wenig im Leben.

  • Ich bin immer schuld.

Aussehen

  • Ich bin hässlich.

  • Ich bin zu groß/klein.

  • Ich bin zu dick/dünn.

  • Alle übersehen mich.

  • Niemand findet mich attraktiv.

  • Ich bin unsichtbar.

  • Ich rieche schlecht.

Liebe

  • Ich bin nicht liebeswert.

  • Ich falle anderen zur Last.

  • Ich werde nie mehr einen Partner/eine Partnerin finden.

  • Ich bin ohnmächtig.

  • Ich enttäusche andere.

  • Niemand hält es lange mit mir aus.

  • Ich kann keinem vertrauen.

Beruf/Geld

  • Ich darf keine Schwäche zeigen.

  • Ich werde nie Erfolg haben.

  • Die anderen wollen nur mein Geld.

  • Mir hat nur der Zufall in diese Position geholfen.

  • Ich werde nie genug Geld verdienen.

  • Es ist meine Bestimmung, eine kleine Nummer zu sein.

  • Die anderen erledigen ihren Job besser.

Wie identifiziere ich meine negativen Glaubenssätze?

Vermutlich hast du schon eine vage Idee, was deine Glaubenssätze sein könnten. Trotzdem ist es wichtig, dass du sie dir plastisch vor Augen führst. Nimm dir dafür genügend Zeit, schalte dein Smartphone ab und setz dich mit einem leeren Zettel an einen Tisch. Nun gehtst du Schritt für Schritt vor:

  • Schritt 1: Denke zunächst allgemein nach. Was funktioniert gut in deinem Leben und was weniger?

  • Schritt 2: Versetz dich nun zurück in deine Kindheit: Welches Verhalten deiner Mutter hat dich wütend oder traurig gemacht? Schreib deine Gefühle und verschiedene Situationen auf.

  • Schritt 3 Bleibe in dem Gefühl des Kindes: Was mochtest du an deinem Vater nicht? Welche Situationen fallen dir ein?

  • Schritt 4: Gab es andere Menschen in deiner Kindheit, die dich verletzt oder gegebenenfalls gemobbt haben? Falls ja, was haben sie zu dir gesagt?

  • Schritt 5: Gehe nun zurück zu deinem älteren Ich: Spüre tiefer in Situationen hinein, in denen du traurig oder enttäuscht warst. Wie hast du dich gefühlt? Und warum war das so?

  • Schritt 6: Gab es Schlüsselerlebnisse in deinem Leben, die dich besonders geprägt haben? Hat sich danach etwas bei dir verändert?

  • Schritt 7: Vergleichst du dich oft mit anderen? Was glaubst du, dass andere dir voraus haben?

  • Schritt 8: Schau dir die Beispiele der Glaubenssätze noch einmal an. Fühlst du bei einigen, dass sie auch auf dich zutreffen könnten?

Negative Glaubenssätze sind so tief in unserem Unterbewusstsein verankert, dass es nicht immer leicht ist, sie zu identifizieren. Die Berater und Beraterinnen auf Aurea können dich deshalb bei der Selbstreflexion unterstützen, in dem sie dir die richtigen Fragen stellen. Sie erkennen schnell, welche Botschaften hinter deinen Erfahrungen stecken.

So kannst du negative Glaubenssätze auflösen

Wenn du deinen negativen Glaubenssatz gefunden hast, bist du bereits einen entscheidenen Schritt weiter. Du weißt, was dich innerlich blockiert und kannst dich zu jeder Zeit bewusst daran erinnern. Aber nimm dir für diesen Prozess bewusst Zeit. Ein Glaubenssatz, den du dir in der Kindheit eingeprägt hast, geht nicht innerhalb von wenigen Wochen weg. Feiere dagegen jeden kleinen Erfolg auf deinem Weg und erinnere dich regelmäßig an diese Aufgabe.

Verändere deine Gedanken

Kennst du den Satz: "Du bist nicht deine Gedanken"? Darin steckt viel Weisheit, denn oft identifizieren wir uns mit unseren Gefühlen. Wir sind zum Beispiel traurig, weil wir gerade in einer Situation stecken, in der der Glaubenssatz "Ich bin nicht genug" wirkt. Nimm in dieser Situation einfach wahr, dass du gerade an deine negative Überzeugung denkst. Verurteile dich aber nicht dafür. Sag dir stattdessen bewusst, dass du mehr bist als dieser Glaubenssatz.

Du kannst diese Praxis auch durch Achtsamkeitsmeditationen üben. Darin schließt du deine Augen und lenkst deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem. Wenn Gedanken kommen, nimmst du sie wahr, bewertest sie nicht und lässt sie wieder gehen. Je öfter du sie übst, desto häufiger wirst du feststellen, dass hinter deinen Gedanken eine Stille liegt. Viele spüren in diesem Situationen einen großen Frieden und fühlen sich tief entspannt. Denk daran, dass du diesen Frieden immer in der trägst und du dich bewusst entscheiden kannst, Gefühle und Gedanken zu stoppen.

Die Berater:innen auf Aurea helfen dir gern, eine Achtsamkeitsmeditation zu finden, in der du deine negativen Glaubenssätze auflösen kannst.

Sage Affirmationen auf

Durch Affirmationen kannst du negative Glaubenssätze positiv umwandeln. Der Trick ist, dass du die Aussage umdrehst und neu verinnerlichst. Konkret sind Affirmationen kurze Sätze, die positiv formuliert sind. Nimm also deine Glaubenssätze und schreibe das Gegenteil von ihnen auf. Dabei solltest du beachten:

  • Präsens: Schreibe deine Affirmationen im Präsens. Formuliere also nicht "Ich werde genug sein", sondern "Ich bin genug".

  • Posivite Wörter: Benutze ausschließlich positive Wörter und vermeide Verneinungen, weil unser Gehirn negative Wörter nicht umkehren kann. Statt "Ich mache nichts falsch" lieber "Ich mache sehr viel richtig".

  • Keine Übertreibung: Suche dir Affirmationen aus, die du auch erreichen kannst oder die realistisch sind. Ansonsten glaubt dein Unterbewusstsein nicht, dass du sie schaffen kannst. Das wäre für dich zusätzlicher Druck, der dir nicht guttut. In einigen Situationen, in denen du sehr überfordert bist, reicht auch die positive Affirmationen: "Es ist okay, was ich gerade mache. Ich geben mein Bestes."

Nun suchst du dir am besten ein schönes Ritual aus und wiederholst deine positiven Glaubenssätze täglich. Wie wäre es, wenn du dafür morgens im Bett fünf Minuten Zeit nimmst? Oder du schreibst sie auf ein Post-It und klebst sie an deinen Badezimmer-Spiegel. Alternativ kannst du deine Affirmationen auch in deine Meditationen einbauen. Denke dabei an folgende Tipps:

  • Hab Geduld: Es dauert 30 bis 90 Tage, bis du eine positive Wirkung spürst. Sei daher liebevoll mit dir und feiere jede Situation, in der du nicht mehr an deinen negativen Glaubenssatz gedacht hast.

  • Ändere deine Affirmationen: Du hast nach einiger Zeit das Gefühl, dass sich dein Satz nicht mehr stimmig anfühlt? Dann ändere ihn gern. Wir wachsen und entwickeln uns und brauchen neue Affirmationen.

Schreibe deine Erfolge auf

Erinnere dich an deine Erfolge und überliste deine Glaubenssätze. Wer zum Beispiel den Glaubenssatz in sich trägt, dass er nicht gut genug sei, darf sich alle erfolgreichen Momente im Leben notieren. Ganz egal, was es ist, ob beruflich oder privat, kleine oder große Erfolge. Wenn die alte Überzeugung erneut an dir bohrt, schaust du dir die Liste an und führst dir vor Augen, dass es nur ein Glaubenssatz ist - nicht die Wahrheit.

Bei anderen Glaubenssätzen darfst du dich mutig ins Abenteuer stürzen. Dir wurde beispielsweise früher gesagt, dass du nicht singen kannst? Das stimmt im Zweifel nicht. Du könntest dich in einem Chor anmelden und ausprobieren, ob dir Singen Spaß macht. Vielleicht bist du sogar richtig talentiert.

Gönn dir ein Coaching

Glaubenssätze beeinflussen unser Leben und sind wichtiger Prozess für unser inneres Wachstum. Sie bestimmen unser Denken, aber auch unser Handeln. Hol dir deshalb gern Unterstützung durch einen Coach. Denn es ist nicht leicht, den richtigen Glaubenssatz zu identifizieren und aufzulösen. Die Berater und Beraterinnen auf Aurea helfen dir online per Chat oder am Telefon. Lies dir gern die Beschreibungen unter den Profilen durch  und schau, wie andere User:innen die Berater:innen bewertet haben. Ein Coaching sollte sich immer positiv und inspirierend anfühlen.